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October 7, 2010 / thesaurus

{Rezension} Die Straße


Die Straße
Cormac McCarthy
Roman
Deutsch
256 Seiten
Rowohlt Taschenbuch, Juni 2008
ISBN 3-499-24600-7

Original:
The Road
Englisch
304 Seiten
Knopf Doubleday Publishing Group, März 2007
ISBN 9780307387899

Bestsellerautor und Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy ist bekannt für zwei Dinge: seinen unkonventionellen Schreibstil und finstere Szenarien. Nicht umsonst ziehen Literaturkritiker immer wieder Parallelen zu Hemingway und Faulkner. In seinem Endzeitroman Die Straße nimmt McCarthy den Leser mit auf einen hoffnungslosen Road Trip durch ein vollkommen zerstörtes, postapokalyptisches Amerika.

Nichts ist mehr, wie es einmal war. Nach einer unbekannten Katastrophe liegt das entvölkerte Amerika in Schutt und Asche, es herrscht bittere Kälte und aus dunklen Wolken fällt grauer Schnee. Zu den wenigen Überlebenden gehören ein Vater und sein Sohn, die den beschwerlichen Weg durch das verbrannte Ödland in Richtung Südküste angetreten haben. Ohne wirklich zu wissen, was sie an ihrem Ziel erwartet, nehmen sie Tag für Tag die Strapazen der düsteren Reise auf sich, ständig hungrig, frierend und in Angst vor Gesetzlosen. Das einzige, was sie am Leben hält, ist ihre Liebe für einander.

Die bewegende Geschichte steht in einem starken Kontrast zum minimalistischen, fast schon flachen Stil McCarthys. Stellenweise fällt die Leseerfahrung ebenso zäh und beschwerlich aus, wie der Weg der namenlosen Protagonisten selbst. Die Handlung des Romans wird überschattet von einer gewissen Monotonie, der es gelingt den harten Überlebenskampf von Vater und Sohn auf eine bedrückende Art und Weise zu banalisieren. Trotzdem lohnt es sich, die Charaktere auf ihrer strapaziösen Reise durch die postapokalyptische Tristesse zu begleiten, denn was der buchstäblichen Road Story an Spannung fehlt, wird durch Nachhaltigkeit wett gemacht. Irgendwo zwischendurch, kaum merklich und leise, schleicht sich der blanke Horror ein. Das Grauen trifft völlig unvermittelt und lässt den Leser belämmert zurück, während Vater und Sohn schon längst unter dem aschgrauen Himmel weitergezogen sind. Was bleibt, ist ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.

Inzwischen wurde der 2007 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman verfilmt. Schon letztes Jahr in den USA angelaufen, ist The Road mit Viggo Mortensen, Kodi Smith-McPhee und Charlize Theron in den Hauptrollen ab heute auch bei uns in den deutschen Kinos zu sehen. Den Trailer findet ihr hier.

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2 Comments

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  1. Sarah / Oct 10 2010 17:35

    Das Buch klingt interessant! Von Cormac McCarthy wollte ich sowieso schon länger etwas lesen (ich hatte mir bis jetzt “No country for old men” und “All die schönen Pferde” rausgesucht) und deshalb landet das hier gleich mal auf meiner Wunschliste.

  2. thesaurus / Oct 14 2010 20:39

    Ich hatte davor auch noch nichts von ihm gelesen. Bin gespannt, wie du’s findest!

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